A+C Kneipe am 16.11.18: “Die macht das doch freiwillig!”

Wie immer am dritten Freitag im Monat findet unsere Kneipe ab 19:30 Uhr im Café Gegendruck statt. Die Kneipe soll ein Ort sein zum Diskutieren und Kennenlernen unserer Arbeit und Projekten. Es gibt Snacks, Getränkespecials und einen Diskussionsinput. Dieses Mal zum Thema unserer Tagung am 24. und 25. November “Kritik der Prostitution“.

“Die macht das doch freiwillig!”
Ideologische Voraussetzungen der Prostitution

Dass Prostitution strukturell mit einer Vielzahl von gewaltförmigen, gesundheitsgefährdenden Elementen gespickt ist und für die in ihr Tätigen höchst gefährlich sein kann scheint den Meisten klar zu sein. Dies beiseite wischend folgt oft die Behauptung, dass sie, wären die Arbeitsbedingungen weniger gefährlich, ein „Job wie jeder andere“ sei. Hinter diesem kurzen Satz befindet sich ein ideologisches System an Überzeugungen und Rechtfertigungen, das die Prostitution erst möglich macht – sie gar zur emanzipativen Praxis erklärt.

Denn ohne eine klassenübergreifende Zustimmung innerhalb der Zivilgesellschaft, kann die jährlich über fünf Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftende Bordellbranche nicht existieren. Innerhalb dieser Kneipe schauen wir uns an, welche Überzeugungen hinter der die Prostitution befürwortenden Position stehen und welchen Sinngehalt beispielsweise die zentrale Figur der „Freiwilligkeit“ hat.

Diese Kneipe findet im Rahmen der am 24. und 25.11.18 statt findenden Tagung zum Thema „Kritik der Prostitution“ statt. Nähere Informationen dazu findet ihr unter:
kritikderprostitution.blogspot.com oder www.facebook.com/FeministischesBuendnisHD/

Save the Date – Tagung zur Kritik der Prostitution!

Am 24. und 25.11.2018 veranstalten wir als Teil des feministischen Bündnisses in Heidelberg ein Tagungswochenende.

Ziel der Tagung ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Prostitution, das wir als Symptom eines hierarchisch angeordneten Geschlechterverhältnisses verstehen. In der in den letzten Jahren sehr emotional geführten Debatte werden Prostituierte nicht selten entweder zu feministischen Heldinnen verklärt oder es werden ihnen untugendhafte Eigenschaften unterstellt. Derlei moralisierende Betrachtung verstellt die Chance, sich die Wesenheit und Funktion von Prostitution als gesellschaftliche Institution zu erklären. Wir wollen daher im Tagungskontext einige ihrer Facetten analysieren, um das Phänomen erklärbar, verhandelbar und kritisierbar zu machen.

What else to know:

* Das detaillierte Programm bekommt ihr im September.
* Übernachtungsmöglichkeiten können nach Absprache bereitgestellt werden.
* Kulinarische Bedürfnisse können vor Ort befriedigt werden.
* Samstagabend gönnen wir uns die Zeit zum Weiterdiskutieren, Bier trinken und Vernetzen.

Wir freuen uns auf ein interessantes Wochenende mit Euch!

Raus auf die Straße zum internationalen Frauen*kampftag! Demo am 08.03., 16.00, Bismarckplatz!

Einst, so erzählt es die Legende, gab es eine ferne Zeit in der Frauen* unterdrückt und ausgebeutet wurden. Doch dass in den aktuellen Verhältnissen kein Sexismus mehr existiert ist eine ziemlich freche Lüge – das Patriarchat ist so quicklebendig wie eh und je. Gesamtgesellschaftlich wird Stimmung gemacht gegen das böse F-Wort –und es geht
nicht ums Ficken- denn dafür seien Frauen ja, gemäß ihrer „natürlichen Aufgabe“, erst geschaffen worden. Jenen, die vom „Genderwahnsinn“ faseln, gönnen wir einen Blick in die gesellschaftliche Realität von Frauen* und stellen uns die Frage: Ist der Feminismus tatsächlich überholt, wenn Frauen* sich überlegen müssen ob sie in der Dämmerung joggen gehen können?

Die Frauen* haben einen langen Kampf hinter sich und konnten in den letzten zwei Jahrhunderten in vielen Bereichen Rechte und Freiheiten erkämpfen. Heute werden Frauen* von Männern* auf ihre eigenen Erfolge hingewiesen als seien diese Produkt männlichen Gönnertums. Natürlich immer mit dem patriarchal erhobenen Zeigefinger, dass es jetzt aber mal gut sei mit den Forderungen. Frau*, sei dankbar, dass du studieren und arbeiten darfst! Doch wenn wir uns auf den Erfolgen früherer Frauen*kämpfe ausruhen, treten wir deren Opfer mit Füßen und riskieren die Rücknahme der erkämpften Freiheiten.
Denn: Der „Genderwahnsinn“ ist so lange notwendig wie das Frau* sein als natürlich dargestellt und sie so auf eine minderwertige Position verpflichtet wird. Öffentliche Thematisierung von sexistischer Diskriminierung wird sanktioniert und kleingeredet und so erscheinen (sexuelle) Gewalt, Ausbeutung in der Lohnarbeit und Doppelbelastung durch zusätzliche Hausarbeit als Einzelschicksale. Unter anderem die #meetoo Kampagne jedoch zeigt, dass sexuelle Gewalt von Männern* sehr wohl weit verbreitet ist und eine Gefahr für jede Frau* darstellen kann.

Besonders von rechts wird kritisiert, dass jene Gewalt überhaupt angesprochen
wird. Der AFD-Politiker Poggenburg findet stellvertretend für seine Partei, dass die #meetoo Kampagne eine Farce ist „als ob es keine wirklichen Probleme gibt.“ Denn das „wirkliche Problem“, so kann im AFD Parteiprogramm nachgelesen werden, ist der Zerfall der traditionellen Familie. Der sexistisch-rechte Traum ist es „unsere“ deutschen
Frauen* gut vor dem Ausländer zu verstecken: Und zwar sicher hinterm Herd und im heteronormativ eingerichteten Schlafzimmer zur emsigen Produktion neuer braver deutscher Christ*innen mit rechter Gesinnung. Und damit die Ehefrau* erst gar nicht auf die Idee kommt sich davon frei zu machen werden frauen*spezifischen Angeboten, wie
autonomen Frauen*häusern, die Finanzierungsgrundlage entzogen. Die feministische Forderung einer gleichberechtigten Behandlung auf dem Arbeitsmarkt wurde vom Kapitalismus aufgegriffen und marktförmig verwurstet. Jedoch profitieren hier nur Frauen* in gehobenen sozialen Positionen von Diversity Management und Kinderbetreuung. Die schlecht bezahlte, prekäre Sorgearbeit führen heute ebenfalls vor
allem Frauen* aus, aber eben jene, die in deprivilegierten Verhältnissen leben.
Die feministische Forderung jedoch sollte nach wie vor heißen: Wir wollen
ein gutes Leben für ALLE Frauen*!

Zur Bekräftigung dieser Forderung lasst es uns der Feministin Silke Rügers
nachmachen und die Sexisten dieser Welt mit Tomaten bewerfen,
und zwar mit schmackes!

Kommt zur Demo am 08.03., ab 16 Uhr auf dem Bismarckplatz HD

Ankündigung: Vortrag “Mein Fett ist politisch”

Wir möchten auf einen Veranstaltung des Heidelberger Ladyfests hinweisen: Am 23. Januar 2015 findet in den breidenbach studios (Hebelstr. 18) um 18 Uhr der Vortrag “Mein Fett ist politisch” statt. Magda Albrecht (u.a. Bloggerin auf Mädchenmannschaft) thematisiert Körpernormierungen, das Ab- und Bewerten von Körpern und das kontinuierliche Beschämen von dicken_fetten Menschen und ihren Körpern. Mehr Infos gibt es unter: http://ladyfesthd.wordpress.com/2014/12/28/ankundigung-vortrag-mein-fett-ist-politisch-von-magda-albrecht/

Girlgangs over Heidelberg

girlganghdVielleicht sind sie euch auch aufgefallen: An dunklen Orten und Unterführungen in Heidelberg wurden Bilder von Frauen* mit Baseballschlägern, Äxten oder anderen Waffen plakatiert. Die Aktion der Girl Gang sollte an Orten, wo Frauen* sich unsicher fühlen oder sogar schon mal sexuell belästigt wurden, ein anderes Bild platzieren, als das der hilflosen Frau*. Wir finden das super und freuen uns auf hoffentlich mehr Girl-Gangs in Heidelberg und überall!
Stop Street Harrasment!

mehr Infos: girlgangsover.wordpress.com und auf Facebook

Aufruf zum feministischen Block auf der NTD

Wir dokumentieren hier den Aufruf zum feministischen Block auf der Nachttanzdemo:

Take Back The Night – Support Your Local Feminism
Aufruf zu dem feministischen Block auf der Nachttanzdemo am 18.10.14 in Heidelberg

Wir haben es oft genug erlebt und beobachtet:
… Anzügliche Blicke auf der Straße …
… Hinterherrufen und Gepfeife …
… ein schneller Griff an den Hintern im Club oder im Bus …
… blöde sexistische Sprüche, wenn wir alleine unterwegs sind …
… Kommentare, wenn unsere nicht-heterosexuelle Liebesbeziehung öffentlich sichtbar wird …
… übergriffiges Verhalten am Arbeitsplatz oder auf dem Marktplatz, weil wir als Nicht-Weiße durch den rassistischen Blick nicht als gleichwertig gelten …

Frauen* sind in der patriarchalen Gesellschaft nicht gleichwertig, das wird im öffentlichen Raum an vielen Stellen deutlich: In Fernsehbeiträgen wird über „dicke Frauen“ verächtlich berichtet, sie werden lächerlich gemacht. Wir werden überall mit Werbung konfrontiert, die Frauen* herabwürdigt oder als verfügbare Sex-Objekte zeigt, die suggeriert, was von einer Frau im öffentlichen Raum erwartet wird, wenn sie akzeptiert werden will. Wenn wir jünger sind wird uns gesagt, dass „anständige Mädchen“ sich nicht „so“ anziehen und sich nicht „so“ zu verhalten haben. Uns wird erzählt, dass es Orte gibt, die gefährlich für uns sind, weil wir keine Männer sind, uns wird beigebracht, uns vor der Nacht zu fürchten. Uns wird gesagt, dass wir selbst Schuld sind, wenn uns etwas passiert…

Schluss mit diesem sexistischen Quatsch! Gegen patriarchale Vergewaltigungsmythen und Täter-Betroffenen-Umkehr!

Wir haben keine Lust mehr, uns vorschreiben zu lassen, wie wir uns zu verhalten haben, was wir wann wie wo anziehen dürfen und mit wem wir Sex haben. Der öffentliche Raum darf nicht länger männlich bleiben. Er gehört uns allen und es ist Zeit, dass wir ihn uns zurück erkämpfen. Wir nehmen uns das Recht auf Öffentlichkeit, auf öffentlichen Raum, auf einen Platz in unserer Stadt!

Deshalb fordern wir:
– Schluss mit dem grenzüberschreitenden Verhalten auf der Straße und im Privaten!
– Schluss mit dem alltäglichen Sexismus in den Köpfen und Strukturen!
– Schluss mit der Bewertung unsere Körper anhand von aufgezwungenen Schönheitsidealen!
– Schluss mit sexistischer und sexualisierter Gewalt gegen Frauen*!

Da eine Gesellschaft nur dann verändert werden kann, wenn jedem und jeder diese unhaltbaren Zustände bewusst werden, wollen wir alle ermutigen sich damit auseinanderzusetzen, um die sexistischen Verhältnisseschließlich gemeinsam überwinden zu können.

Für ein selbstbestimmtes Leben ohne Angst und heterosexistischen Zwang! Deshalb kommt am 18.10.2014 um 17:45 Uhr zum Treffpunkt des Fem-Blocks bei der Bismarckstatue auf dem Bismarckplatz. Alle sind willkommen, die unsere Kämpfe supporten!

Feministisches Netzwerk Heidelberg

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