Category: Aktionen

  • Hände weg von Afrin!

    afrin

    Solidarität mit Rojava
    Seit dem 19.01.2018 greift das türkische Militär mit Artillerie und
    Luftwaffe den Kanton Afrîn an. Die türkische Armee arbeitet dabei mit
    ca. 25.000 Al-Qaida-, Al-Nusra- und IS-Terroristen zusammen. Auch vom
    Einsatz von Napalm- und Streubomben durch die Angreifer wird berichtet.
    Die Besatzer greifen gezielt Moscheen, Kirchen, Gesundheitszentren,
    Schulen und Infrastruktur an. Bisher wurden mehrere hundert Zivilisten,
    darunter überwiegend Kinder und Frauen, getötet oder verletzt. Afrîn war
    eine der letzten Regionen in Syrien, die in fast 7 Jahren Krieg kaum
    zerstört wurde und die 300.000 Menschen, die vor dem Krieg flohen,
    Zuflucht geboten hat.

    In Zusammenarbeit mit islamistischen Söldnertruppen soll ausradiert
    werden, was dort und in den anderen Kantonen Rojavas als ein politisches
    System demokratischer Selbstverwaltung entstand. Die Bevölkerung
    organisiert sich in eigenen Versammlungen und Räten, um ihr Leben über
    z.B. ethnische und religiöse Unterschiede hinweg gemeinsam zu gestalten.
    Die Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie organisieren sich in
    allen Bereichen eigenständig und sind maßgeblich an der Gestaltung des
    Gemeinwesens beteiligt.

    Die Selbstverteidigungskräfte der multiethnischen Bevölkerung – YPG/YPJ
    leisten währenddessen erbitterten Widerstand und versuchen unter größter
    Opferbereitschaft den Vormarsch der Invasoren abzuwehren. Es sind jene
    Verteidigungskräfte, die eine wesentliche Rolle in der Bekämpfung des
    sogenannten „Islamischen Staates“ und der Befreiung vieler Städte und
    Dörfer vor seiner Schreckensherrschaft gespielt haben.

    Afrîn – Spielball der Großmächte
    Die Russische Regierung und auch die US-Regierung verfolgen in Syrien
    ihre eigenen strategischen Ziele. Ein Angriff der Türkischen Armee in
    dieser Form war wohl nur möglich, wenn diese ihre Zurückhaltung im
    Vorhinein signalisiert habe. Dabei hat das Erdogan-Regime vor dem
    Angriff verlautbaren lassen, den Krieg nicht auf den Kanton Afrin
    beschränken zu wollen, sondern Rojava bis hin zur irakischen Grenze
    vollständig zu vernichten.

    Die Münchner „Sicherheitskonferenz“ verkörpert seit über 50 Jahren das
    hochrangigste Forum seiner Art. Es steht für die Ab- und Einstimmung und
    auch Austragung von Widersprüchen imperialistischer Politik. Auf der
    Suche nach Unterstützung und der Schmiedung von Koalitionen, setzen
    Regierungsvertreter_innen, Rüstungsfirmen, Kriegsminister_innen,
    Lobbyist_innen, Unternehmen und Militärs die schon längst beschlossenen
    Kriegsvorhaben um und inszenieren sie als adhoc Ergebnisse gemeinsamer
    Diskurse. Es sind die Vertreter_innen, die offen oder hinter den
    Kulissen den Angriffskrieg der türkischen AKP-Regierung gegen die
    Demokratische Föderation Nordsyrien (Rojava) vorantreiben oder
    stillschweigend hinnehmen.

    Die Deutsche Bundesregierung im Kalkül einer Kriegspartei
    Die türkischen Streitkräfte nutzen bei ihrer Offensive in der
    nordsyrischen Region Afrîn, wie schon bei der Zerstörung kurdischer
    Städte in der Türkei, auch von Deutschland gelieferte Waffen und Panzer
    vom Typ Leopard II. Zwar musste die deutsche Bundesregierung zumindest
    kurzzeitig aufgrund des öffentlichen Drucks das weitere
    Nachrüstungsersuchen der Türkischen Regierung für die Panzer kurzfristig
    aussetzen. Doch die Kriegsbeziehungen zwischen Deutschland und der
    Türkei gehen trotz des Angriffskrieges weiter. Seit dem Treffen des
    türkischen Außenministers Cavusoglu mit dem deutschen Außenminister
    Gabriel (SPD) anfang Januar ist allenthalben von einem Neuanfang in den
    deutsch-türkischen Beziehungen die Rede. Kein Wort des Außenministers zu
    den Zehntausenden, die in der Türkei ohne Anklage in Haft sind, u.a.
    weil sie die Unterstützung des IS durch die türkische Regierung
    aufgedeckt haben. Während in Deutschland vermeintliche
    Gebietsverantwortliche der kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Regel zu
    3 bis 4 Jahren Haft verurteilt werden, nur weil die PKK auf Wunsch der
    türkischen Regierung auf der sogenannten “Terrorliste” steht, ist die
    Bundesregierung beim Terror der türkischen Erdogan-Regierung gegen die
    Bevölkerung in Nordsyrien lediglich “besorgt” und fordert nicht etwa das
    Ende des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs und der Bombardierungen,
    sondern ruft lediglich alle Seiten zur “Zurückhaltung” auf und macht
    sich auch damit mitschuldig.

    Im Inneren flankierte das Deutsche Innenministerium zunächst den Krieg,
    indem es im vorauseilenden Gehorsam für das Erdogan-Regime das Zeigen
    der Fahnen der YPG und der YPJ faktisch unter Strafe gestellt hat und
    die kurdische Freiheitsbewegung damit versuchte zu kriminalisieren.
    Jedoch zeigen unsere vielen Proteste und Solidaritätsbekundungen in den
    letzten Wochen, dass an der ein oder anderen Stelle die knallharte Linie
    der Repressionsbehörden bröckelt und erste Freiräume erkämpft werden.

    Insgesamt also schweigt die Bundesregierung, um den schmutzigen
    “Flüchtlingsdeal” mit der Türkei nicht zu gefährden. Sie schweigt zu den
    zehntausenden inhaftierten Journalist_innen, Anwält_innen und
    Oppositionspolitiker_innen.

    Ein Angriff auf Afrîn ist ein Angriff auf uns!
    Nicht nur in der Türkei werden Menschen, wie zuletzt die
    Ärztevereinigung, die den Angriffskrieg der türkischen Regierung
    kritisiert, wegen “Terror-Propaganda” verhaftet und ihre Versammlungen
    aufgelöst.

    Auch in Deutschland wurde eine Solidaritätsdemo am 27. Januar 2018 mit
    über 20.000 Menschen in Köln aufgelöst und in Städten wie Mannheim
    Demonstrationsverbote zum Thema Angriffskrieg gegen Afrîn verfügt.
    Freiheitskämpfe aber lassen sich nicht verbieten! Es ist die nahezu
    bedingungslose politische Rückendeckung aus Berlin, die Ankara ermutigt
    hat, diesen Angriff auf Afrîn zu beginnen. Die BRD ist faktisch eine
    Kriegspartei in Afrin und unterstützt den Angriffskrieg nicht nur durch
    Waffenlieferungen und Rüstungszusammenarbeit, sondern auch durch die
    Kriminalisierung von kurdischen und türkischen Linken in der BRD und
    politische Diskreditierung der Revolution in Rojava. Die Bundesregierung
    folgt keiner »falschen Politik«, sondern den Interessen des deutschen
    Kapitals und handelt danach! Daher ist Widerstand gegen diese Politik
    nicht nur ein Gebot der Solidarität mit Afrîn und den demokratischen
    Kräften in der Türkei, sondern eine Notwendigkeit im ureigenen Interesse.

    Der Angriff auf Afrîn ist auch ein Angriff patriarchaler Kräfte auf jene
    Frauen, die sich ihnen nicht länger unterwerfen! Ein Angriff auf Frauen,
    die ihren Willen zur Freiheit und den Glauben an sich selbst wieder
    gefunden haben.

    Die wirkliche Gefahr, die von Afrîn ausgeht, ist die, dass dort Menschen
    ihrem Traum von einem freien Leben in Würde folgen! Der Angriff auf
    Afrîn ist deshalb auch ein Angriff auf unsere Träume und Hoffnungen. Der
    Kampf gegen den Angriff auf Afrîn ist auch unser Kampf! Darum lasst uns
    alle gemeinsam wie die Menschen in Afrîn aufstehen und das scheinbar
    Unmögliche wagen! Unser gemeinsames Ziel – Kampf für eine neue
    Gesellschaft – Unsere Waffe heißt Solidarität!

    Wir fordern die sofortige Streichung der PKK von der Terrorliste – keine
    Kriminalisierung der Embleme und Fahnen der kurdischen Bewegung und der YPG / YPJ!
    Stoppt die Bombardierungen und den Angriffskrieg gegen die Bevölkerung
    in Afrîn /Nordsyrien!
    Keine Deals mit Erdogan! Rüstungsexporte stoppen – Afrîn verteidigen!

  • NOG20: Gemeinsame Anreise zu den Protesten gegen das Finanzminister*innen Treffen in Baden-Baden

    Am Samstag, 18. März 2017 ruft das Aktionsbündnis NOG20 Baden-Baden zu einer Demonstration gegen das G20-Finanzminister*innentreffen in Baden-Baden auf. Bei diesem Treffen wollen Vertreter*innen der sogenannten G20-Staaten bereits das G20-Gipfeltreffen vom 7.-9. Juli in Hamburg vorbereiten.

    Wir beteiligen uns am 18.März 2017 an der Demonstration des Bündnisses „NoG20 Baden-Baden“ mit einem eigenen Grenzenlos-Block.

    Kommt zur gemeinsamen Anreise zu den Zugtreffpunkten:

    Treffpunkt Heidelberg: 9:30 Uhr Heidelberg HBF auf dem Platz vor dem Haupteingang
    Treffpunkt Karlsruhe: 10:45 Uhr Karlsruhe HBF / Abfahrt 11:09 Uhr

    Weitere Infos zum Bündnis und zu den Aktionen auf der Seite der IL – Interventionistische Linke

  • Wem gehört die Stadt? Mehrere leerstehende Wohnungen der GBG Mannheim besetzt!

    Via Indymedia:

    Heute um 12:00 Uhr hat ein Bündnis verschiedenster politischer Gruppen in Mannheim und Umgebung, mehrere leerstehende Wohnungen in den Häusern der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GBG, Carl-Benz-Straße 82 besetzt. Es wird beabsichtigt, diese Besetzung für 24 Stunden aufrecht zu erhalten.

    Aktuelle Infos findet ihr auf Twitter.

     wem gehört die stadtDamit wird ein Zeichen gegen den geplanten Abriss preisgünstigen Wohnraums und die damit einhergehende Verdrängung der Bewohner*innen gesetzt. Die Abriss- und Neubaupläne stehen beispielhaft für eine Politik der Ausgrenzung und Verdrängung ohnehin benachteiligter Bevölkerungsteile aus dem Innenstadtbereich, wie sie in Mannheim durch die GBG, die Mehrheit des Stadtrats und den Oberbürgermeister ebenso wie durch private Investoren seit Jahren betrieben wird. Noch steht Mannheim nur am Anfang dieses Gentrifizierungsprozesses. Die Folgen jedoch sind in anderen Städten bereits deutlich zu erkennen: Galoppierende Mietpreissteigerungen, Entmietung ganzer Straßenzüge und der Austausch ganzer Bevölkerungsteile.

    Die Pläne der GBG stehen weiterhin beispielhaft für eine politische und wirtschaftliche Ordnung, in der Grundrechte wie Wohnraum, soziale Teilhabe und Menschenwürde als Ware gehandelt werden. Das Bündnis tritt ein für ein solidarisches Zusammenleben in einer Stadt, die allen Menschen offen steht, für eine Wirtschaftsordnung, die allen eine Teilhabe am erwirtschafteten Reichtum ermöglicht und für eine Politik, die sich nicht an den Forderungen der Wirtschaft, sondern an den menschlichen Bedürfnissen orientiert.

    Darum werden alle eingeladen, vorbeizugehen, zum Essen zu bleiben und zu zeigen, dass eine solidarische Alternative zu Ausgrenzung und Verdrängung möglich ist.