Unsere Stellungnahme zum sog. “Bürgerdialog” in Heidelberg im Vorfeld des G20-Gipfels im Juli in Hamburg.
Im Januar dieses Jahres hat die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Theresia Bauer, verschiedene Gruppen, darunter auch uns, zu einer „Diskussion zu Studiengebühren für internationale Studierende und Zweitstudium“ eingeladen. Wir haben auf diese Einladung mit einer Erklärung reagiert, in der wir darauf hinwiesen, dass bei „Beteiligungsverfahren […] davon auszugehen [ist], dass die Ergebnisse für ein in solchen Verfahren zur Diskussion gestelltes Thema bereits vor der Diskussion mit den ‚Bürger*innen‘ feststehen und diese lediglich von einer Seite medienwirksam zu legitimatorischen Zwecken benutzt werden können.“ Zudem könne, so unsere damalige Argumentation „davon ausgegangen werden, dass in der Wirkung der Einladung den negativen und als destruktiven bewerteten Demonstrationen ein positives und als konstruktiv bewertetes Bild eines Dialoges zwischen Ministerin und ‚ihren‘ Studierenden gegenübergestellt wird.“
Wir wollen an dieser Stelle keine hellseherischen Fähigkeiten für uns beanspruchen, ist das Ergebnis dieser ganzen Debatte und die real verwirklichte Politik doch so banal vorherzusehen: Am 03.05.2017 wurden im Baden-Württembergischen Landtag Studiengebühren für internationale Studierende und für das Zweitstudium beschlossen. Es wäre naiv nun darauf hinzuweisen, dass in dem damaligen Treffen der Studierenden mit der Ministerin nahezu alle Anwesenden gegen die Einführung von Studiengebühren im Allgemeinen argumentiert haben. Aus diesem Grund hatten wir uns damals auch dafür ausgesprochen dem harmonisierenden und pseudopartizipatorischen Dialog den Protest auf der Straße entgegenzustellen.
